Gedanken über Studium & Beruf

5 Wochen unter Affen…

Es ist geschafft: Nach 5 Wochen bin ich aus den Niederlanden zurückgekehrt, im Schlepptau eine Fülle neuer Eindrücke und frischer Ideen.
Einen Monat habe ich im Apenheul Primate Park eine Untersuchung zur Tiersichtbarkeit durchgeführt und dabei 28 verschiedene Primatenarten studieren können.

Tiersichtbarkeit – Was ist das?

Die zoologischen Einrichtungen des 21. Jahrhunderts nehmen ihre Aufgabe als Multiplikatoren für Arten- und Naturschutz immer ernster. Aufwändige Gehege und Anlagen werden gestaltet, die gehaltenen Tiere fungieren als Botschafter für ihre freilebenden Artgenossen und deren Lebensräume. Doch bei aller Liebe zum Detail, bei allen Wasserfällen, Bäumen und Sträuchern darf eines nicht außer Acht gelassen werden: Zoobesucher wollen die Tiere sehen können. Je näher sie den Tieren kommen können, umso größer ist das Erlebnis und die Begeisterung. Und auch nur solche Menschen sind bereit, etwas zum Schutz unserer einzigartigen Tierwelt beizutragen. Daher ist eine Evaluation der Tiersichtbarkeit von zentraler Bedeutung für Management und Parkgestaltung.

Apenheul – Ein Affenhimmel?

Apenheul setzt sich aus dem niederländischen Wort für Affe (wer hätte es gedacht?) und einer alten Bezeichnung  für “Himmel” zusammen. Im Jahre 1971 wurde er von Wim Mager als kleiner Affenpark gegründet mit der Vision, erstmals Affen und Menschen ohne trennende Mauern und Gitter zusammenzuführen. Im Lauf der Zeit mauserte sich Apenheul zu einer Instanz in der Primatenhaltung, die Apenheul Primate Conservation Trust (APCT) betreibt weltweit aktive Naturschutzarbeit und setzt sich für die Erhaltung bedrohter Primaten und ihrer Lebensräume ein.

Mein Aufenthalt

30 Tage im Zoo – was sich zunächst nach Langeweile anhören mag, ist jedoch spannender als man es sich auf den ersten Blick vorstellen kann. Meine Aufgabe bestand darin, eine Methode zur Untersuchung der Tiersichtbarkeit zu entwickeln und sie anschließend umzusetzen. Jeden Tag drehte ich mehrere Runden durch den Zoo, konnte die gehaltenen Affen genau beobachten und – ganz anders als ein Tagesgast – im Laufe der Wochen ganz spezielle Eindrücke sammeln. So konnte ich vielfach den noch jungen Nachwuchs beim heranwachsen beobachten: Ein junger Rotbauchmaki erkundete zum ersten Mal die Welt auf eigenen Füßen, Sifakas und Alaotra-Bambuslemuren kuscheln zusammen im Gras und Berberaffen streiten sich um das einzige Jungtier der Gruppe.

Nun geht es aber ans Eingemachte, denn die zahlreichen Daten die ich in stundenlanger Arbeit gesammelt und in meinen Rechner getippt habe, wollen ausgewertet und verarbeitet werden. Eine anstrengende Woche steht bevor.

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